NEUBAU ALTERS- UND PFLEGEHEIM ST. THEODUL, FIESCH CH
Einstufiger Projektwettbewerb im offenen Verfahren für Architekten und Landschaftsarchitekten
Dritter Wertungsrundgang
2025 - 2026
ENTWURFSKONZEPT
Das neue Alterszentrum in Fiesch ordnet sich am nördlichen Dorfrand an und bildet damit den dorfbaulichen Übergang zwischen Landschaft und Siedlung.
Durch das gestaffelte Volumen tritt der Neubau in einen Dialog mit dem bestehenden Dorf. Die Wirkung ist den ineinander gebauten Häusern des Dorfkerns nachempfunden. Durch die Staffelung der Geschosse reagiert der Entwurf auf das alpine Umfeld und gibt dem Gebäude einen selbstverständlichen Platz in Fiesch. Ein pavillionartiger Lateralkörper öffnet sich einladend dem Dorfzentrum und bildet das naturnahe Zentrum des Austauschs.
ARCHITEKTUR
Die Setzung des Baukörpers ermöglicht differenzierte Aussenräume mit unterschiedlichen Qualitäten. Übergänge zwischen Innen und Aussen werden gezielt ausgebildet und schaffen Orte des Verweilens, der Begegnung und des stillen Rückzugs. Terrassen, Gärten und gedeckte Aussenbereiche sind eng mit den gemeinschaftlich genutzten Räumen verknüpft und stärken die Beziehung zur umgebenden Landschaft. Die Witterung und Jahreszeiten werden so unmittelbar erlebbar und in den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner integriert.
Das Projekt reagiert auf die Endlichkeit natürlicher Ressourcen mit einem konsequent klimaverträglichen Ansatz, der Erstellungsenergie, Betriebsenergie und Zirkularität gleichermassen berücksichtigt. Es entwickelt dabei einen zeitgemässen architektonischen Ausdruck, in dem sich Technik, Nachhaltigkeit und gestalterischer Ausdruck zu einer integralen Einheit verbinden.
Der architektonische Ausdruck entwickelt sich aus der Verbindung von Konstruktion, Material und Nutzung. Die gewählte Bauweise ermöglicht eine langlebige, anpassungsfähige Struktur, die auf zukünftige Veränderungen reagieren kann. Gleichzeitig wird durch eine differenzierte Fassadengestaltung die Massstäblichkeit des Baukörpers gegliedert und in den Kontext des Dorfes eingebettet.
Der Innenraum ist geprägt von natürlichen, haptisch und optisch differenzierten Materialien, die einen erlebbaren und behaglichen Wohnraum gestalten. Die räumliche Orientierung selbst ist dörflichen Wohnstrukturen nachempfunden, indem unterschiedliche Bereiche privaten Wohnens und geselligen Lebens ineinandergreifen. Bekannte wohnliche Strukturen werden so dem Pflegebedürfnis angepasst und setzen ein gewohntes Umfeld logisch und strukturiert fort. Grosszügig gestaltete Gemeinschaftsbereiche bilden das Zentrum der einzelnen Wohngruppen und des gesellschaftlichen Beisammenseins. Kurze Wege zwischen privaten Pflegezimmern und gemeinschaftlichen Flächen wahren die Grundbedürfnisse der Zugehörigkeit und der Intimsphäre. Sie erlauben den selbstbestimmten und gesundheitsfördernden Wechsel zwischen gesellschaftlicher Teilhabe und individuellem Rückzug.
Die Erschliessung folgt einer klaren und intuitiven Logik. Sie ist als räumliche Abfolge gestaltet, die Orientierung schafft und gleichzeitig Aufenthaltsqualität bietet. Blickbeziehungen nach aussen sowie gezielte Ein- und Ausblicke innerhalb des Gebäudes unterstützen die Wahrnehmung und fördern das Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit.
IN ZUSAMMENARBEIT MIT
ZWISCHENRAUM Landschaftsarchitektur GmbH, Altendorf CH
MERZ KLEY PARTNER GmbH, Dornbirn AT
KALT + HALBEISEN Ingenieurbüro AG, Zürich CH
AUSLOBER*IN
Stiftung Regionales Alters-, Wohn- und Pflegeheim St. Theodul
ORT
Fiesch, CH
TEAM KOLLEKTIV B
Henrike Bartsch, Oskar Gamböck, Dominik Keul, Ilja Schuppert

WETTBEWERB





